Behandlung des Hodenhochstands (Kryptorchismus)
Aktuelle Informationen zu Diagnose und Behandlung des Hodenhochstands bei Kindern
Wichtig: Der ideale Zeitpunkt für die Behandlung des Hodenhochstands liegt zwischen dem 6. und 18. Lebensmonat. Durch frühzeitiges Eingreifen kann die Hodenfunktion erhalten werden.
Was ist ein Hodenhochstand?
Der Hodenhochstand (Kryptorchismus) ist ein Zustand bei männlichen Säuglingen, bei dem ein oder beide Hoden vor der Geburt nicht in den Hodensack (Skrotum) abgestiegen sind. Er tritt bei 3 % der termingerecht geborenen und bis zu 30 % der frühgeborenen Babys auf.
Symptome
- Ein oder beide Hoden sind im Hodensack nicht tastbar
- Leer oder klein wirkender Hodensack
- Schwellung in der Leistengegend (der Hoden kann hier tastbar sein)
- Pendelhoden (ein Hoden, der zeitweise absteigt und sich zeitweise zurückzieht)
Ursachen
Die genaue Ursache ist unbekannt, aber zu den Risikofaktoren zählen:
- Niedriges Geburtsgewicht und Frühgeburt
- Familiäre Vorbelastung (genetische Veranlagung)
- Rauchen der Mutter während der Schwangerschaft
- Endokrine Störungen
Behandlungsmethoden
1. Chirurgische Behandlung (Orchidopexie)
Dies ist die Goldstandard-Behandlung. Der Hoden wird in den Hodensack verlagert und dort fixiert. Angewandte Techniken:
- Standard-Orchidopexie: Über einen kleinen Schnitt in der Leiste
- Laparoskopische Orchidopexie: Minimal-invasive Methode für im Bauchraum liegende Hoden
- Zweizeitige Fowler-Stephens-Operation: Für hochgelegene Hoden
2. Hormontherapie
In ausgewählten Fällen können Hormoninjektionen versucht werden, die Erfolgsrate ist jedoch geringer als bei der Operation.
Erholung nach der Operation
- Die Operation dauert in der Regel 30–60 Minuten
- Die meisten Patienten werden am selben Tag entlassen
- 1–2 Tage leichte Schmerzen möglich
- Baden nach einer Woche möglich
- Kontrolluntersuchung nach 3–6 Monaten empfohlen
Häufig gestellte Fragen
Korrigiert sich ein Hodenhochstand von selbst?
In manchen Fällen kann in den ersten 6 Lebensmonaten ein spontaner Abstieg erfolgen. Nach dem 6. Monat ist die Wahrscheinlichkeit jedoch sehr gering, und eine Behandlung ist erforderlich.
Wann sollte die Operation durchgeführt werden?
Idealerweise zwischen dem 6. und 18. Lebensmonat. Spätestens bis zum 2. Lebensjahr muss behandelt werden.
Führt ein Hodenhochstand später zu Unfruchtbarkeit?
Bei einseitigen Fällen mit frühzeitiger Behandlung ist das Unfruchtbarkeitsrisiko gering. Bei beidseitigen Fällen und verspäteter Behandlung steigt das Risiko.
Möchten Sie mehr über die Behandlung des Hodenhochstands erfahren?
Lassen Sie uns gemeinsam den für Sie passenden Behandlungsplan finden.